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Christkind oder Weihnachtsmann? Wer bringt bei euch die Geschenke?
 

Christkind oder Weihnachtsmann: diese Frage sorgt bei Groß und Klein immer wieder für Verwirrung. Denn wer bringt uns denn nun die Geschenke? Ist Santa Claus der Plätzchenbäcker oder stimmt die Mär bei Abendrot, dass die Engelchen gemeinsam mit dem Christkind die Weihnachtsplätzchen backen?

Tendenziell ist der Weihnachtsmann eher in Norddeutschland und Ostdeutschland zuständig. Das muss wohl an der Nähe zum Nordpol liegen. Und in Süddeutschland, aber auch in Westdeutschland fliegt eher das Christkind durch die Gegend und verteilt die Gaben.  

Ok, aber wo liegt der Ursprung dieser beiden Weihnachtsboden?

Auch wenn beide für die Geschenke zuständig sind, so unterscheiden sich der Weihnachtsmann und das Christkind doch sehr. Schon allein in ihrer Gestalt. Wird das Christkind of als kleines Kind mit blonden dicken Locken im weißen oder güldenen Hemd dargestellt, so ist der Weihnachtsmann eher der Opa-Typ mit weißem Bart, Brille und einer doch gemütlichen Figur.

Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,

Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh’ ich durch die Gassen,

Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt,

Tausend Kindlein stehn und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern

Bis hinaus in’s freie Feld,

Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,

Aus des Schneees Einsamkeit

Steigt’s wie wunderbares Singen –

O du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff)

Faktencheck #1: Wer verbirgt sich hinter dem Rauschebart?

Den Weihnachtsmann, der am Nordpol mit seinen Rentieren lebt, hat es so wohl nie gegeben (oder vielleicht doch? 😉). Die Figur ist jedoch auf den heiligen Nikolaus zurückzuführen. Und das war ein realer Mensch: Nikolaus von Myra lebte im 4. Jahrhundert, war Bischof und beschenkte arme Menschen und Kinder. Es ranken sich viele Geschichten um seine guten Taten, die als Bräuche an seinem Namenstag, dem 6. Dezember, über die Jahrhunderte fortgeführt wurden.

Im 19. Jahrhundert wendeten sich dann viele Menschen von der Kirche ab. An der Geschenke-Tradition wollten sie aber dennoch festhalten. Denn gerade dieser Brauch erhellt die sonst so finstere Jahreszeit vor der Wintersonnenwende am 21. Dezember. So änderten sie die Bischofsfigur ab, nahmen ihr die kirchliche Aura
und schufen den Weihnachtsmann mit rotem Mantel und Zipfelmütze. Und wie es so ist, mit der Zeit zog der an Nordpol, hatte einen weißen Bart, beschäftigte Elfen und Rentiere…

Um 1930 gab es den Weihnachtsmann mit einem roten, blauen oder auch goldenen Mantel. Letztendlich war es das Unternehmen Coca Cola, das in einer Weihnachtswerbung Santa Claus mit rot-weißen Look darstellte und ihn so weltberühmte machte.

 

Faktencheck #2: Und woher kommt nun das Christkind?

Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag, dem 6. Dezember, beschenkt. Doch die evangelischen Christen lehnten diese große Verehrung des Heiligen Nikolaus ab. Denn für sie war Jesus der Mittler zwischen Gott und den Menschen – und nicht die Heiligen. So soll es Martin Luther gewesen sein, der anstelle des heiligen Nikolaus den „Heiligen Christen“ gesetzt hat, um als Mittler und somit als Geschenkebringer zu dienen.

So kam von da an zu den protestantischen Kindern der Heilige Christ. Und über die Jahre entwickelte sich die Bezeichnung Christkind, das fortan für die Geschenke zuständig war.

So erwähnte auch Theodor Storm in seinem Gedicht Knecht Ruprecht das Christkind und sprach es mit „Herr Christ“ an… sicherlich eines der schönsten Weihnachtsgedichte überhaupt…

 

Die schönste Einstimmung auf das Weihnachtsfest
 

Und weil es so schön ist, sich in der Weihnachtszeit Geschichten und Gedichte zu erzählen, um so die dunklen Stunden zu erleuchten, haben wir noch ein paar für Euch zusammengesucht.

Bei Kerzenschein, einer Tasse Tee oder einer heißen Schokolade, begleitet von köstlich weihnachtlichen Lauenstein-Trüffeln lässt sich so die stade Zeit mit viel Liebe und Miteinander gestalten.

Der eine oder andere Lauensteiner ist sich fast sicher: Im dämmrigen Licht am Vorabend zum Heiligen Abend, hat er zwischen den Wolken, etwas hin und her fliegen sehen. Es schien ein weiß-goldenes Gewand zu tragen und hatte riesige Flügel…


 

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
Denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihre Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Anna Ritter (1865-1921)



Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –

sogar für die Gelehrten.

Denn einmal nur im ganzen Jahr

entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift

kann man die Maus nicht fangen.

Sie ist, was diesen Punkt betrifft,

noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus

den Menschen keine Plage.

Doch plötzlich aus dem Loch heraus

kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,

das Mutter gut verborgen,

mit einem mal das Beste weg

am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:

Ich hab´ es nicht genommen!

Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,

die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar

das Marzipan von Peter;

Was seltsam und erstaunlich war.

Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:

ich hab es nicht genommen!

Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,

die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,

an dem die Kugeln hingen,

ein Weihnachtsmann aus Eierschaum

nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:

Ich habe nichts genommen!

Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,

die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,

die riefen: welche Plage!

Die böse Maus ist wieder da

und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.

Sie sagte unumwunden:

Sind erst die Süßigkeiten fort,

ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,

sobald der Baum geleert war,

sobald das letzte Festgebäck

gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,

– bei Fränzchen oder Lieschen –

da gäb es keine Weihnachtsmaus,

dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!

Das könnte euch so passen!

Was man von Weihnachtsmäusen denkt,

bleibt jedem überlassen.

(James Krüss)